23. Mai 2018

Drachenboot

Unser Drachenboot „Frau Mahlzahn“

Seit nunmehr einem Jahr ist der Gelsenkirchener Kanu-Club die neue Heimat des Drachen Frau Mahlzahn geworden. Nachdem 2017 der Drache im Verlauf des Tag der offenen Tür feierlich erweckt wurde, ist die gute Dame in sportlicher Regelmäßigkeit auf dem Kanal zu sehen und auch zu hören: Sobald man das Schnaufen und Brüllen des Drachen hört, kann unsere Frau Mahlzahn nicht mehr weit weg sein.

Unsere Drachenbootmannschaft trifft sich zwei mal pro Woche zum gemeinsamen Training. Je nach Absprache können es jedoch auch mal mehr Trainingseinheiten werden. Interessenten können Dienstags und Sonntags gerne vorbei kommen, um sich das Drachenboot aus der Nähe anzusehen. Falls jemand bereits Interesse hat, aktiv mitzupaddeln, wird um vorherige Anmeldung bei unseren Drachenbootwarten Marc und Mirko gebeten.

 

Geschichte

Die Geschichte des Drachenbootes führt uns zurück ins 2. Jahrhundert vor Christus… Zu dieser Zeit lebte im chinesischen Königreich der Minister Qu Yuan. Er war sehr beliebt beim gesamten Volk; bei seinem König war er jedoch in Ungnade gefallen und wurde aus seinem Amt entlassen. Unglücklich wanderte er nun ziellos umher und schrieb heute noch viel gelesene Liebesgedichte an sein Volk und sein Land. Unfähig, den Schmerz zu ertragen, beging Qu Yuan Selbstmord, indem er sich in den Fluss Mi Lo stürzte. Die Legende besagt, dass einheimische Fischer mit ihren Booten wie um die Wette auf den Fluss hinausfuhren, Qu Yuan ins Leben zurückzuholen. Um seinen Körper vor den gefräßigen Fischen zu schützen, schlugen sie mit ihren Paddeln kräftig auf das Wasser und warfen mit Reis gefüllte Weinblätter in den Fluss.

Diese Szene der Fischer, die auf den Fluss hinaus fuhren, um die Seele des Qu Yuan zu retten, wiederholt sich nicht nur in China jedes Jahr aus Tradition in Form von Drachenbootfestivals, sondern ist im Laufe der Zeit über Amerika und England bis hin nach Deutschland gekommen. Das erste Drachenbootrennen in Deutschland gab es 1987 im Rahmen der Kanurennsport-WM in Duisburg, doch sein Siegeszug begann im Jahre 1989 mit den Rennen im Rahmen des 800. Hafengeburtstages in Hamburg. In der Folge kam es vor allem in Norddeutschland zur Gründung von Drachenboot-Teams. Diese waren zunächst eigenständige Gruppen und Vereine, doch schon bald erkannten viele Kanuclubs das Potenzial des Drachenbootsports und gründeten eigene Drachenboot-Abteilungen.

Drachenboot war im Programm der World Games, den Weltspielen der nicht-olympischen Sportarten, enthalten und strebt seine Anerkennung als olympische Disziplin an. Im Deutschen Sportbund ist Drachenboot durch den Deutschen Kanu-Verband vertreten, dem inzwischen die Mehrzahl der deutschen Drachenbootsportler angehört.

Boote und Ausrüstung

Das Standardboot ist 12,57 Meter lang und 1,14 Meter breit, das neuere Racing-Kurzboot misst 9,60 Meter und ist 1 Meter breit. Am Bug ist jeweils ein nach überlieferten Motiven gefertigter Drachenkopf befestigt, das Heck bildet ein stilisierter Drachenschwanz.

Moderne Boote werden aus faserverstärktem Kunststoff gefertigt und wiegen 250 kg, das Kurzboot ca. 150 kg. Klassische chinesische Bootstypen werden aus massivem Holz gefertigt, sind bis zu einer Tonne schwer und können bis zu 80 Paddler tragen.

Die Drachenbootmannschaft wird vervollständigt von einem Trommler, der vom Bootsbug aus den Rhythmus vorgibt und dem Steuermann, der das Boot auf Kurs hält und die Bootsführung übernimmt.

Das Standardboot wird von 18-20 Paddlern, die auf Bänken paarweise neben einander sitzen, mit Stechpaddeln vorwärts getrieben. Im Kurzboot sind es 8-10 Paddler, die für den Vortrieb sorgen.

Die 1,15 bis 1,30 Meter langen Stechpaddel bestehen aus Holz, Kunststoff oder modernen Faserwerkstoffen. Boote und Paddel unterliegen internationalen Normen.